Seite der Bezirksposaunenarbeit im aktuellen Rundbrief

 

Herr, all mein Sehnen liegt offen vor dir, mein Seufzen war dir nicht verborgen.

       - Psalm 38,10

Wer von uns gibt schon gern alles von sich preis? Wer legt seine geheimsten Gedanken vor anderen Menschen bloß? Der Monatsspruch für den Oktober aus einem Bußpsalm Davids zeigt uns, dass Gott auch diese Seite von uns kennt. Vielleicht ist das für manchen erschreckend; vielleicht sagen sich andere, dass  sie sowieso nichts zu verbergen haben. Wie auch immer – Gott nimmt uns dennoch so an, wie wir sind, ohne Voraussetzungen, ohne Masken und ohne Fassade. Was sind unsere geheimsten Wünsche? Was hindert uns, diese Wünsche umzusetzen? Ich möchte uns Mut machen, im Gebet vor Gott neue Wege auszuprobieren, um diese Ziele zu erreichen. Der Psalm endet mit der Bitte um konkrete Hilfe: Eile, mir beizustehen, Herr, du meine Hilfe! Ich wünsche uns, dass wir es nicht beim Sehnen und Seufzen belassen, sondern mit Gottes Hilfe Schrittezu unternehmen, um etwas zu ändern. Vielleicht erst einmal nur kleine Schritte, vielleicht nur ein Telefongespräch, nur eine E-Mail. Nach der langen Sommerpause beginnt nun wieder überall der Alltag mit den Posaunenproben und den Einsätzen in den Gottesdiensten, zum Erntedankfest und die Herbstkonzerte. Auf Bezirksebene steht die große Konzertreise Ende September nach Belgien an. Es wird sicherlich ein spannendes Wochenende mit vielen Begegnungen. Wir werden darüber in der Zeitung berichten und dann auch in der Chorleiterversammlung im November. Ein Höhepunkt im Sommer war sicherlich der Landesposaunentag in Ulm. Die Stücke im Ulmer Sonderdruck waren nicht einfach und haben im Kongresszentrum  dennoch sehr gut geklappt, wo wir vom Bezirk Calw  eingeteilt waren. Albrecht Schuler hat mit seinem ruhigen und doch präzisen Dirigat sehr gut durch den Gottesdienst geführt. Auch das Abschlussblasen auf dem Münsterplatz war sehr gut und homogen. Leider hatten sich für unsere Radtour am Samstag vorher von Gechingen nach Ulm nur 8 Teilnehmer angemeldet. Aber wir hatten eine sehr gelungene Radtour und haben unser Quartier in Arnegg fast in Rekordzeit erreicht. Walter Pfrommer hat wieder das Begleitfahrzeug gefahren und in bewährter Weise die Frühstücks- und Mittagspause sehr gut vorbereitet. Alle Radfahrer haben den steilen Albaufstieg aus eigener Kraft geschafft. Allerdings müssen wir für 2020, zum nächsten Ulmer Landesposaunentag, das Konzept der Radtour noch einmal überdenken, da der Aufwand in Vorbereitung und Durchführung schon sehr hoch ist und wir daher mindestens 20 Teilnehmer haben sollten. Auch dieses Thema werden wir auf der Chorleiterversammlung ansprechen.
Wir wünschen Euch viel Spaß und Freude bei den kommenden Chorproben und Einsätzen in Euren Gemeinden und freuen uns auf die Begegnungen mit Euch!

Euer
Thomas und Martin

Terminübersicht:

Sa 27.10. 19.30 Uhr Basischorprobe in Ottenbronn
Mi 31.10 19.30 Uhr Konzert Posaunenchor Altburg
Fr. 09.11. 17.00 Uhr St. Martinsfest in Heumaden
So 04.11. 10.00 Uhr Konzertgottesdienst Voice&Brass
Sa 17.11. 18.00 Uhr Bezirkschorleiterversammlung inStammheim
Sa. 24.11. 19.30 Uhr Basischorprobe in Monakam
Sa. 08.12. 19.30 Uhr Konzert Bläserteam EJW in Würzbach in der Kirche
Vorschau: 18. – 24.02.2019: Bläserprojekt mit H.U. Nonnenmann

(Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Stammheim, 07051/30051/ Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Ostelsheim, 07033/693 946)

E-Mail:    Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Friedenskonzert - 100 Jahre Ende des ersten Weltkrieges

Der Bezirksposaunenchor des Dekanats Calw wurde vom Heimatverein in Moorslede/Belgien für ein Friedenskonzert eingeladen. Genau am 29. September 1914 wurde die Stadt Moorslede, die 4 Jahre lang in der Frontlinie der vier Flandernschlachten lag und dabei komplett zerstört wurde, durch die alliierten Truppen befreit. Dieses Ereignis hat der Heimatverein zum Anlass genommen, ein europäisches Friedenskonzert zu organisieren und hat dazu einen Sängerchor aus der Normandie/Frankreich und den Bezirksposaunenchor Calw dazu eingeladen. Der Moorsleder Chor hatte die musikalische Leitung und hat bereits im Vorfeld Noten für gemeinsame Stücke verteilt, die dann in einer Generalprobe vor dem Konzert zum ersten Mal gemeinsam geprobt wurden.

Aus Moorslede und der Normandie waren 100 Sänger, so dass sich der Posaunenchor, der mit 32 Musikern und 11 Begleitpersonen angereist war, bei den gemeinsamen Stücken nicht in der Lautstärke zurückhalten musste. Außerdem wurden die Ensembles bei „Conquest of Paradise“ und bei der Uraufführung der für diesen Tag extra komponierten „Friedens-Ode“ durch eine Trommelgruppe mit 10 Rhythmusinstrumenten begleitet. Es war für die Musiker und die Zuhörer im Konzertsaal ein bewegender Moment als alle Musiker als Schluss- und Höhepunkt des Konzertes Beethovens „Freude, schöner Götterfunken“ anstimmten.

Da das Dorf Moorslede, etwa 15 km von Ypern entfernt, im ersten Weltkrieg komplett dem Erdboden gleichgemacht wurde und selbst die Kirche gesprengt wurde, ist bei den Einwohnern dieser Krieg sehr viel mehr im Bewusstsein als bei uns in Deutschland. Am Samstagnachmittag besuchte die Reisegruppe aus Calw den größten deutschen Soldatenfriedhof in Belgien, wo etwa 48 Tausend deutsche Soldaten beerdigt wurden. Ein Historiker führte sie dort über den Friedhof und erzählte Einzelschicksale von dort beerdigten Soldaten, die größtenteils als Freiwillige in den Krieg zogen und dann mit 18 oder 19 Jahren bereits ihr Leben im Schlamm und Morast der dortigen Schlachtfelder verloren. Einzelne Familien kommen auch heute noch nach Menen an das Grab ihrer Urgroßväter. Der Bezirksposaunenchor feierte eine Andacht mit passenden Chorälen und Lesungen. Diese vielen sinnlosen Opfer für die Machtinteressen einzelner Herrscher und Generäle mahnen uns heute, uns mehr für Toleranz und Gewaltlosigkeit und gegen Abschottung und Egoismus, auch nationalen Egoismus, einzusetzen.

Ein weiterer Höhepunkt dieser Konzertreise war ein Gottesdienst am Sonntag in der in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts wiederaufgebauten katholischen Kirche in Moorslede. Auch hier lag der Schwerpunkt der musikalischen Posaunenchorbeiträge auf dem Frieden, der aus Gottes Hand kommt.

Am Nachmittag stand eine Ausflugsfahrt nach Blankenberge an, wo es am berühmten Belgium Pier ein sehr gutes Mittagessen mit phantastischem Meerblick gab. Blankenberge war im 19. Jahrhundert ein mondäner Kurort, von dem nun nur noch einzelne renovierte Häuser im Ortskern Zeugnis ablegen.

Die Rückfahrt am Montag ging über Verdun in Frankreich, wo das Museum besichtigt wurde, das an die verlustreichste und grausamste Schlacht um Verdun erinnerte. Obwohl hier mit viel Artillerie und Soldaten um die Frontlinie gekämpft wurde, gab es in den gesamten 4 Jahren nur minimale Gebietseroberungen, die aber kurz darauf wieder verloren gingen. Etwa 320 Tausend Soldaten auf beiden Seiten verloren allein im Jahre 1916 ihr Leben. Als Antwort auf die erschütternden Zeugnisse aus Briefen und Bildern dieses Museums, und als feierlicher Abschluss dieser Reise wurde auf einem nahen deutschen Soldatenfriedhof eine Andacht musiziert.

Diese Reise und die Begegnungen mit den Menschen von Moorslede wird vielen Bläsern noch lange in Erinnerung bleiben und hat ihnen einen neuen Blickwinkel auf die Notwendigkeit einer europäischen Zusammenarbeit gezeigt, um den Frieden hier weiter zu erhalten. Feindbilder, wie sie heute von einigen nationalen Gruppen aufgebaut werden, führen nicht zu mehr Wohlstand und sozialem Frieden, sondern, wie der erste Weltkrieg gezeigt hat, zur Konfrontation und Elend in ganz Europa.

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